

| Ein eigener Warpkern - das klingt nach einem ehrgeizigen Projekt. Ist es auch. Etliche Stunden Arbeit und auch einiger finanzieller Aufwand stecken in diesem Bauwerk. Hier ein ausführlicher Baubericht mit Hinweisen für den Nachbau und einigen Varianten. PlanungVor dem ersten Raumschiff-Con meiner LARP-Gruppe galt es, die nötigen
Kulissen für ein Raumschiff der Sternenflotte herzustellen. Lange
spukten mir etliche Ideen im Kopf herum, bis ich mich entschloss, einen
Warpkern in Originalgröße mit Lichteffekten zu bauen. Ich
bot dem Spielleiterteam den Bau an - und nach einigen Absprachen zum
Beispiel über die Baumasse ging es an die Arbeit.
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Antideuterium-Leiter |
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Nach diversen Skizzen und Überlegungen begann ich
mit dem Bau des Grundgerüstes. Eine 8mm dicke Spanplatte (80x80
cm) dient als Standfläche. Mit einem langen Faden, der in der Mitte
der Grundplatte festgenagelt und an einer Stichsäge festgebunden
wird, sägte ich einen Kreis mit einem Durchmesser von 70 cm aus. |
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Variante: Festes SegmentMuss der Warpkern nicht oft transportiert werden, kann das untere Segment aus einem Stück gebaut werden. Die Längsträger werden jeweils an den Ecken befestigt. Ich verwendete Dachlatten, die ich auf etwa 1,30m zurechtsägte. An den schmalen Stirnseiten schraubte ich sie auf die Grundplatte. Um alles stabil zu bekommen, schraubte ich später noch mehrere Metallwinkel an. Den ausgesägten Kreis montierte ich mit Querträgern am oberen Ende der Latten. Auch in diese Scheibe sägte ich ein Loch. |
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Variante: Teilbares SegmentZum einfachen Transport ist es sinnvoll, dass untere Segment auseinander zu nehmen. Es ist sonst ziemlich sperrig. Hier wird keine durchgehende Dachlatte zwischen Boden und Deckel geschraubt, sondern jeweils nur ein kurzes Stück montiert. Daran werden dann von links und rechts die durchgehenden Latten geschraubt und das Segment so verbunden. (Hinweis: Die Fotos zeigen die Segmente bereits mit Ummantelung, die wird jedoch erst später angebracht.) |
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Reaktionskammer |
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Jetzt ging es an die Grundplatte für die Reaktionskammer. Ich entschied mich für eine achteckige Form - das ist einfacher zu bauen. Die Grundplatte ist größer als die untere Säule. Auch hier sägte ich ein Loch in die Mitte, mit demselben Durchmesser wie die obere Öffnung der Säule. Die Seitenwände der Reaktionskammer schraubte ich mit Alu-Winkeln auf die Grundplatte. |
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| Vier der Seitenwände bekamen eine rechteckige Öffnung, zwei eine runde. Hier sollen die EPS-Leiter eingeschoben werden. Die anderen beiden Seitenwände bekommen keine Öffnung. Als EPS-Leiter werden Fallrohre für Regenrinnen verwendet. Die Seitenwände werden auch an den oberen Kanten mit Metallblechen verschraubt, schließlich lagert auf diesen Brettern das gesamte obere Modul. Da die Montage des Achtecks nur schwer exakt zu bewerkstelligen ist, muss hier ein wenig gespachtelt werden. Ich verwende einen Epoxidharz-Holzersatz. |
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Die Deckplatte der Reaktionskammer wird exakt nach der Grundplatte ausgesägt, damit beide Platten übereinander passen. Der Deckel bekommt ein Loch mit 70cm Durchmesser - wie die Grundplatte. Vier Lattenstücke in der Reaktionskammer halten den Deckel fest. Sie werden wie die Längsträger an den Stirnseiten festgeschraubt. |
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Damit auf diesem Ständern die Deckplatte liegen
kann und nicht verrutscht, werden mehrere Holzdübel in das obere
Ende geschlagen und die Deckplatte an den richtigen Stellen durchbohrt.
Jetzt ist wichtig, alle Bauteile zu markieren, da Deckel und Kammer
vermutlich nur in einer Position genau aufeinerander passen. |
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Variante: Feste Höhe des WarpkernsKommt der Warpkern immer an derselben Stelle zum Einsatz und muss somit immer dieselbe Höhe haben, kann das obere Segment nach demselben Prinzip wie das untere gebaut werden. |
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Wieder werden Dachlatten als Längsträger angeschraubt. Hier sollte darauf geachtet werden, dass sie an derselben Position montiert werden, wie die Längsträger im unteren Teil. Als Abschluss zur Zimmerdecke kann wieder der ausgesägte Kreis aus der Deckplatte der Reaktionskammer verwendet werden. Das Grundgerüst des Warpkerns ist dann fertig. Die Konstruktion ist jetzt etwa 2,40m hoch, hier kann natürlich die Gesamthöhe an die tatsächliche Raumhöhe angepasst werden. |
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Variante: Variable Höhe des WarpkernsKommt der Warpkern in unterschiedlich hohen Räumen zum Einsatz, kann das obere Segment höhenverstellbar gebaut werden. |
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Hier kommen dünne Sanitärrohre zum Einsatz, die ineinander geschoben und festgeklemmt werden. Zunächst von einem dickeren Rohr die beiden Anschlussmuffen glatt absägen und die Gummidichtungen herausnehmen. In das abgesägte Ende wird nun ein passendes Stück Spanplatte von außen eingeschraubt. An dieser Spanplatte nun die Rohrmuffe auf dem Deckel der Reaktionskammer festschrauben. |
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In die Muffen werden nun die vorhin abgesägten Rohre gesteckt. Das sind die äußeren Rohre. Zum Verstellen der Höhe werden nun vier weitere, innere Rohre benötigt, die in die äußeren Rohre eingesteckt werden. Die inneren Rohre bekommen am Ende vier Federbleche mit Schraubenbolzen. Für diese Bolzen wird in die äußeren Rohre ein Loch gebohrt. Beim Einstecken kann dann der Schraubenbolzen in das gebohrte Loch einrasten und arretiert so das innere Rohr. |
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Lackieren |
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Jetzt kann lackiert werden. Ich entschied mich für das Standard-Starfleet-grau RAL 7001. Hier sind der Kreativität jedoch keine Grenzen gesetzt. Es sind mindestens drei Durchgänge nötig, um die nötige Deckung zu erreichen. Schließlich soll die Holzstruktur möglichst nicht mehr erkennbar sein. |
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Elektronik |
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Ich orientierte mich bei den Lichteffekten am Warpkern
der Enterprise-D und entschied mich für ein Lauflicht mit vielen
Glühbirnen, die mittig in den beiden Säulen hängen. Zunächst
schaute ich mich nach geeigneten Lauflichtern um, rechnete hin und her
und entschied mich schließlich für den 3-Kanal-Lauflichtbausatz
von Kemo. Dieser ist zum Beispiel beim Elektronic-Lieferanten Westfalia
in Hagen zu haben. Dreikanal bedeutet, dass das Lauflicht drei verschiedene
Lampen oder Lampengruppen ansteuert. Während Lampe eins leuchtet,
sind zwei und drei aus. Dann geht Lampe zwei an, und Lampe eins und
drei sind aus. Zuletzt ist Lampe drei an und die ersten beiden nicht.
Wenn man jetzt an die Ausgänge zu allen drei Lampen mehrere Lampen
(also eine Lampengruppe) anschließt und in der richten Reihenfolge
aufhängt, laufen mehrere Lichtpunkte (entsprechend der Anzahl der
Lampen pro Kanal) die Lampenreihe entlang. Diesen Effekt wollte ich
mir zunutzen machen. Das Kemo-Modul ist mit maximal 500 Watt pro Kanal
belastbar. Da ich noch eine Reserve für einen zweiten Warpkern
haben wollte, plante ich 40 Watt Glühbirnen ein. Im unteren Modul
sollten elf Glühbirnen blinken, im oberen sieben. Bei der Gesamtlänge
des Warpkern hängt so etwa alle 11cm eine Lampe. Das ist in Ordnung. |
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Soweit die Planung. Zunächst baute ich den 230Volt Bausatz zusammen und testete die Funktion in einer fliegenden Verdrahtung. Alles funktionierte. Mit einem Poti lässt sich die Laufgeschwindigkeit einstellen. An dieser Stelle ein kurzer Warnhinweis: Arbeiten mit 230Volt sind sehr gefährlich und dürfen nur von einem Fachmann durchgeführt werden. Bei der Montage sind unbedingt VDE-Vorschriften einzuhalten (Zugentlastung, berührungssicherer Einbau, Absicherung,...).
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Nachdem die Schaltung funktionierte, baute ich sie in
ein Modulgehäuse. Vor die Zuleistung aus der Steckdose montierte
ich einen kleinen Sicherungskasten. Auch an jeden Kanal schloss ich
Schmelzsicherungen an. Brennt nämlich sonst eine der Glühbirnen
durch, muss man damit rechnen, dass das Lauflicht zerstört wird. |
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Die gesamte Verkabelung wollte ich zudem nicht dauerhaft mit dem Holzgerüst des Warpkerns verbinden. Dafür dienen die beiden Kreislöcher, die ich bereits zu Anfang jeweils oben in den Segmenten vorgesehen habe. Hier wird eine Hartfaserplatte eingelegt, an der sämtliche Glühbirnen hängen. |
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Die Kanäle werden auf dieser Platte durch Abzweigdosen angeschlossen und jeweils mit einem Kabel zur Tischsteckdose geführt. Die einzelnen Glühlampen hängen mittig in der Hartfaserplatte auf die richtige Länge herunter. Passendes Kabel und Fassungen gibt es im Baumarkt oder bei Conrad. Ich habe etwa 20 Meter Kabel verwendet. |
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Variante: Feste UmmantelungWird der Warpkern an einem saueren Ort aufbewahrt und einigermaßen sorgsam behandelt, kann die Ummantelung aus Stoff fest befestigt werden. Schließlich sollte er nicht verschmutzen oder reisen. |
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Ich entschied mich für Gardinenstoff für die Ummantelung. Er ist preiswert und lässt sich gut verarbeiten. Natürlich kaufte ich ungemusterte Gardine und plante die Größe so, dass ich den Stoff doppelt legen kann. So wird die Ummantelung auch fast undurchsichtig. Um mir die ganzen Näharbeiten zu sparen, klebte ich die Kanten mit breitem, durchsichtigen Klebeband ab. |
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Befestigt wird an der schmalen Kante der Spanplatten. Jeweils unten an der Innen- und oben an der Aussenkante. Der Stoff muss doppelt gelegt werden, das Klebeband fixiert und dann sauber geknickt werden. Das ganze ist ein wenig fummelig, mit Klammern zum Festhalten geht es jedoch einigermaßen. Die Enden der Gardine sollten hinter einem der Längsträger versteckt werden. Um auch innen antackern zu können, stellte ich die Segmente auf zwei gleich hohe Tische und konnte so darunter in den Warpkern kriechen. Der Stoff sollte einigermaßen stramm befestigt werden und halbwegs wellenfrei bleiben.
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Variante: Abnehmbare UmmantelungUnter "rauen Bedingungen" ist es ratsam, den Stoff abnehmen zu können, damit er sauber bleibt. Das geht am besten mit Klettverschlüssen.
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Die Klettverschlüsse werden einfach an die schmalen Kanten der Segmente getackert und an die Gardine geklebt. Der Stoff kann dadurch zwar nicht mehr stramm gespannt werden, aber relativ einfach abgenommen werden. |
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Blaues glühenNun bleibt nur noch die Farbe: Zwar sollte der Kern an sich weiß sein, das Leuchten sollte jedoch bläulich schimmern. Um auf teure Farbbirnen und Folie zu verzichten, kaufte ich eine Rolle Müllsäcke und befestigte sie doppelt um die Einlageplatte mit den Glühbirnen. So hängen die Säcke zwischen Gardine und Lampe und färben das Licht blau. |
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EPS-Leiter |
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Ein wenig Arbeit investierte ich noch in die EPS-Leiter. Sie bestehen aus Regenrohren. An einer Seite werden im regelmäßigen Abstand etwa 4 cm breite Schlitze eingesägt. Sie sollten regelmäßig unterbrochen werden, da das Regenrohr dazu neigt sich nach innen zu wölben. In das Rohr wird nun Alufolie geklebt sowie vorne, mittig und hinten ein Stück Spanplatte eingeschraubt. Durch diese Platte kann nun ein Leuchtschlauch gefädelt werden, der an beiden Enden mit Keilen festgeklemmt wird. |
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Finish
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Im Grunde fehlen jetzt nur noch Details. So baute ich aus Spanplatte eine Schublade für die Dilithiumkristalle, die an einer vorderen Platte der Reaktionskammer eingeschoben wird. Hier kann eine Salzkristalllampe hineingelegt werden - ein toller Effekt. Die noch offenen Rechteck-Löcher in der Reaktionskammer tackerte ich ebenfalls mit Gardinenstoff zu und befestigte drei rot leuchtende Klemmlampen dahinter. |
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Damit der Effekt der einzelnen Leuchtscheiben verstärkt wird, malte ich alle Glühbirnen oben und unten mit Acrylfarbe an - so leuchtet nur eine schmale Scheibe durch die Folie und Gardine und verstärkt den Effekt. Jetzt werden noch alle offenen Kanten mit Umleimer versehen. |
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Transport |
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Je nach Variante passt der Warpkern problemlos in einen Kombi. Oberes und unteres Segment werden zusammen geschoben und auf die umgeklappte Rückbank gestellt. Die Reaktionskammer findet dahinter Platz. Die Platten mit den Glühbirnen finden dazwischen irgendwo Platz. |
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Fertig! |
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Wie lange der Bau des Kerns dauerte habe ich nicht nachvollzogen. Der Preis für das Baumaterial, Elektronik und Verkleidung liegt bei etwa 270 Euro. Bei Fragen zum Bau, Kritik (positiv und negativ!) oder Anregungen freue ich mich jederzeit über eine Mail. |
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| Downloads | |
| Video des Warpkerns (AVI
- 1,3 MB) Videoaufnahme des aufgebauten Warpkerns. |
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