| Star Trek verkörpert - zumindest
in der Grundidee der älteren Serien - eine möglichst gewaltfreie
Auseinandersetzung mit Problemen und Konfliktlösung durch Diplomatie.
Aber wenn Diplomatie fehlschlägt, fährt auch die Sternenflotte
mitunter schwere Geschütze auf. Das Sicherheitspersonal an Bord
von Raumschiffen kommt so gelegentlich in die Verlegenheit, schwere
Phasergewehre zu tragen.
Als Bausatz sind diese zum Beispiel über eBay aus Resin erhältlich.
Hier geht es um die Nachbearbeitung eines solchen Resin-Bausatzes und
den Einbau einer Elektronik für Sound und Licht.
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Vorbemerkung zur Originaltreue |
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Das ganze Umbauprojekt wurde in der Absicht
durchgeführt, ein blinkendes, Geräusche machendes und im Liverollenspiel
einsetzbares Phasergewehr zu haben. Wenn es dann noch dem Original ähnlich
sieht, ist das gut, aber es muss nicht zwingend sein.
Der Lampenaufsatz (kompletter Eigenbau) ist nötig, da die Batterien
für Licht und Sound des Gewehres sonst nirgends unterkommen. |
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Der Bausatz |
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Der Resin-Bausatz war ein Abguss des Originalbausatzes,
möglicherweise auch ein Abguss eines Abgusses eines Abgusses, denn
die Qualität war bescheiden. Es gab einige Luftlöcher und
ich musste ziemlich viel feilen. Der Verkäufer hatte dies aber
in der Artikelbeschreibung bei ebay erwähnt und zudem hat mich
der Bausatz mit Versand aus den USA und 11 Euro Nachzahlung an den deutschen
Zoll alles in allem ca. 60 Euro gekostet. Ein Dolphin-Phaser aus Resin
war als Bonus auch noch dabei. Bausätze besserer Qualität
kosten bei ebay USA ab 70$ aufwärts, wenn man sie denn bekommt.
Wichtig ist, dass "mein" Bausatz aus weißem Resin war,
das vermutlich weicher und elastischer als das graue Resin ist und dass
er IN ACHT EINZELTEILEN kam, nämlich:
- Mündungstück
- Hals
- Gewehrkörper
- zwei Griffe
- einen Aufsatz mit Visierhalter
- ein Visier
- ein Endstück.
Mehr Einzelteile sind o.k., bei weniger Teilen könnte es mit dem
Einbau der Elektronik kritisch werden. Das sollte man vor dem Kauf bedenken.
Wenn ihr die Anleitung gelesen habt, wißt ihr, was ich meine.
Den Lampenaufsatz muss man eh selber bauen, da dieser der einzige Platz
für die Batterien darstellt – ob ein solcher Aufsatz Teil
des Bausatzes ist, spielt daher keine Rolle. |
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Allgemeines: Resin bearbeiten |
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Das einzige, was ich mir ausschließlich
für dieses Projekt gekauft habe, war ein 20 cm langer Steinbohrer,
um die Kabelkanäle in die Bauteile bohren zu können. Das weiße
Resin läßt sich mit einem solchen Bohrer langsam, aber sehr
genau bearbeiten und man bekommt saubere Löcher. Kosten: 2 Euro.
Generell kann man Resin meiner Erfahrung nach mit Stein- und Metallbohrern
bearbeiten, aber nicht mit Holzbohrern. Laut dem Modellbauhändler
meines Vertrauens klebt sich Resin am besten mit Sekundenkleber, vor
allem, wenn man einen Katalysator dazu benutzt. Ich habe ein kleines
Fläschchen No-name- Sekundenkleber und eine Dose Katalysatorspray
für je 5 Euro gekauft und es hat sich gelohnt. Wichtig ist, daß
man den Sekundenkleber in kleinen Mengen verwendet, bei zuviel Kleber
dauert die Härtung extrem lange. Ebenso wichtig sind EBENE Klebeflächen
und damit eine größere zusammenhängende Klebefläche,
um eventuellen Belastungen besser stand zu halten. Notfalls muß
man hier ein bisschen feilen. Das Feilen und Schleifen erfolgt, je nachdem,
wieviel man schleifen muss, mit Schleifpapier, Feilen (Metall und evtl.
Holz) und bei großen Mengen mit einem Schleifaufsatz für
die Bohrmaschine. Allgemein ist Resin recht leicht zu schleifen. Fugen
und Ritzen bearbeitet man am besten mit Spachtelmasse. Ich habe eine
Art Kunstoffbastelmasse und Universalspachtelmasse verwendet. Entgegen
meiner sonstigen Angewohnheiten habe ich kaum Heißkleber verklebt,
eigentlich nur, um ein paar Leitungen zu isolieren. Zusätzlich
habe ich Klebeflächen, die stark belastet werden, noch mit Nägeln
oder Schweißdraht gestiftet, um einen besseren Halt zu gewährleisten. |
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Allgemeines: Die Phaser-Elektronik |
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Woher bekommt man nun eine Elektronik, um
das Gewehr mit einem entsprechenden Sound auszustatten?
Meiner Meinung nach sind die Typ I-Phaser von Bandai die perfekten
Lieferanten für die Elektronik: Cooler Sound, ab 5 Euro bei eBay
zu kriegen und sie sind ohnehin zu groß, um sie im Larp vernünftig
nutzen zu können. Man baut die Elektronik aus, setzt einen Tippschalter
an Stelle des Druckplättchens, lötet ein Batteriefach (oder
einen Stecker für ein Batteriefach) an die entsprechenden Kontakte
und ersetzt das Lämpchen eventuell durch eine LED (später
dazu mehr).
Alle Leitungen der ursprünglichen Elektronik müssen verlängert
werden. Am besten bohrt man erst alle Kabelkanäle und misst dann
aus, wieviel Kabel man zugeben muss. Man sollte ein paar Zentimeter
Spiel haben, um noch vernünftig arbeiten zu können. Die Elektronik
sollte man SEHR vorsichtig behandeln und die Lötstellen möglichst
wenig belasten, da diese unter Umständen schon spröde geworden
sind. |
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1. Platz schaffen für die Elektronik |
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Hier ist zu erkennen, wo welche Kanäle
bzw. Hohlräume gebohrt werden müssen. Die Leitung für
den Tippschalter der Lampe braucht man nicht unbedingt, ebenso wenig
wie den Wahlschalter zwischen den zwei Sounds. Der Rest ist nötig:
LED, Abzug, Lautsprecher, Stromversorgung und sehr viel Platz für
die Platine. Die Hohlräume für Lautsprecher und Platine wurden
gebohrt, gespalten und gefeilt – wie man den Platz schafft, ist
jedem selber überlassen. Alle Schalter mit Ausnahme des "Abzugs"
ist nicht original und auch der Abzug sieht bei den Props aus der Serie
anders aus. |
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2. Verlegen und verlöten |
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| An sich schiebt man nur die Leitungen durch
die Kanäle, man muß diese nicht noch zusätzlich befestigen.
Vorsicht mit den alten Lötstellen des Typ I-Phasers, diese sind
oft brüchig. Die Löststellen bzw. Leitungen kann man mit Heißkleber
oder Klebeband isolieren. WICHTIG: Erst alle Leitungen bohren, dann
das Gewehr zusammenstecken und testen, ob man die Leitungen auch im
zusammengebauten Zustand verlegen kann. |
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3. Einbau der LED |
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Vorne im Mündungsstück wird eine
LED eingebaut, die aufleuchtet, wenn man den Abzug betätigt. Ist
der Durchmesser der LED sehr viel schmaler als der des gebohrten Kanals,
stülpt man über die LED ein Stück Klarsichtschlau, so
daß die LED im Kanal weniger Spiel hat und besser positioniert
werden kann. |
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4. Batteriefach |
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Hier das neue Batteriefach; es wird nicht
direkt verlötet, statt dessen lötet man einen Stecker an die
Platine, an den man später das Batteriefach stöpselt. Das
macht es später einfacher, die Batterien zu wechseln.
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5. Einbau der Platine |
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Hier erkennt man, wie die Platine der Phaser-TypI-Elektronik
eingebaut wird. Links im Bild ist der Soundwählschalter zu erkennen.
Mittig liegt die Platine in der Resin-Vertiefung. Rechts ist einer der
gebohrten Kanäle zu erkennen, dieser geht zum Lautsprecher und
zum Abzug. |
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6. Soundwählschalter bzw. Sicherungsschalter |
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Um weiterhin zwischen den zwei Phasersounds
umschalten zu können, bohrt man den Plastikkeil des alten Typ-I-Phasers,
der auf dem Schiebeschalter sitzt, von unten an und steckt ihn später
von außen wieder auf den Schalter. So kann man das Ganze in das
Gewehrgehäuse einbauen. Will man nur einen Sound haben, so kappt
man einfach eine der Leitungen, dann hat man einen Sicherungsschalter.
In der einen Position ist dann der gewählte Sound eingeschaltet,
in der anderen ist der Sound tot (=Gewehr gesichert). |
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7. Hinterer Griff |
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Am hinteren Griff wird eine Bohrung für
den Abzug vorgenommen.
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In die Bohrung kommt dann ein Tippschalter
mit den entsprechend angelöteten Leitungen. Oben am Griff wird
noch ein Wippschalter eingebaut. Er dient später als Sicherungsschalter
und kann im Bedarfsfall schnell mit dem Zeigefinger der Hand am Griff
betätigt werden.
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8. Montage des hinteren Griffs |
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Um den Leitungen vom hinteren Griff (rote
Kabel) und dem Sicherungsschalter Platz zu lassen, muss am Gewehrkorpus
ein Hohlraum ausgefräst werden.
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9. Verbindung von Gewehrkörper und
Hals |
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Die Verbindungsstelle zwischen Hals und
Gewehrkörper müssen sehr stabil ausgeführt werden und
werden daher verstiftet. Die Stifte aus Schweißdraht werden an
zwei diagonal entgegengesetzten Ecken der Klebefläche gesetzt.
Weiterhin ist das Verlegen einiger Leitungen zu erkennen: Die Leitung
für den Tippschalter der Lampe (auf dem Schema oben blau) verläuft
von unten nach oben. Die Leitung von der Platine zur LED (im Schema
gelb) verläuft zwischen den beiden Resin-Teilen. Und schließlich
die Zuleitung vom Batteriefach zur Platine (im Schema weiß) läuft
von oben in den Hals und dann nach rechts in den Gewehrkörper. |

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10. Lautsprecher |
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Der kleine Lautsprecher für den Soundeffekt
wird im Endstück untergebracht. Für den Soundaustritt wird
oben im Endstück eine kleine Öffnung vorgesehen. Diese Öffnung
wird später mit Folie verklebt, um den Sound nicht zu stark abzuschwächen.
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Lackierung |
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Die Griffe, der vordere Bereich der Mündung
und die Seitenteile am Hals werden schwarz lackiert. Das Endstück
bekommt einen Anthrazit-Ton, der Grundkörper wird komplett silber
lackiert.
Ich habe meinen Bausatz mit einer Dose Sprühlack (Kunstharz) aus
dem Baumarkt grundiert und mit Silberspray lackiert. Das war eine blöde
Idee. Die silberne Farbschicht ist extrem dünn und verläuft
leicht, wenn man an einer Stelle zuviel Farbe aufträgt. Zudem kaschiert
es keine Unebenheiten der Oberfläche. Schwarz und Metallic-Anthrazit
wurden mit dem Pinsel aufgetragen, was ich meiner Meinung nach auch
mit dem Silber hätte machen sollen. Die Farbschicht ist dicker
und damit auch widerstandsfähiger. Streichfarbe ist außerdem
noch billiger und leichter aufzutragen.
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Zielvisier |
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Zunächst werden der Rahmen vom Visier
und der Visierhalter silber lackiert.
Anschließend schneidet und feilt man sich zwei dünne Scheiben
aus Plexiglas so zurecht, daß sie in den Rahmen passen. Eine der
beiden bemalt man mit neongrüner Acrylfarbe und trägt sinnlose
Linien und Kreise mit einem dünnen, schwarzen, nicht wasserlöslichem
Stift auf. Dann packt man beide Scheiben in den Rahmen (die bemalte
Scheibe kommt mit der Farbseite nach innen, so dass die Farbe zwischen
den beiden Scheiben liegt) und verklebt diese miteinander.
Der Rahmen wird an der Halterung befestigt, indem man zwei sehr kleine
Löcher in die Halterung und in den Rahmen bohrt und in die Löcher
zwei dünne Nägel klebt, so dass man das Visier ein –
und ausklappen kann. |
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Lautsprecherabdeckung |
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Ich habe ein Stück Klarsichtfolie zurechtgeschnitten,
so daß es die Öffnung über dem Lautsprecher verdeckt.
Dann wird die Folie dreimal gelocht (der Sound wird dann nicht so stark
abgeschwächt), bemalt und die Löcher anschließend von
unten mit einem Stück schwarzer Damenstrumpfhose abgeklebt. Das
kaschiert die Löcher und hält Spritzwasser aus der Elektronik. |
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Der Gewehrriemen |
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Manche der Gewehre in der Serie haben einen
Gewehrriemen und das macht auch Sinn. Der Riemen ist kein Problem: Man
braucht schwarzes Gurtband mit 4 cm Breite, zwei passende Karabinerhaken
und einen passenden Schieber, der die Länge reguliert (Findet man
alles im Baumarkt oder im Stoffladen).
Man näht erst einen Karabiner fest, fädelt dann den Gurt
durch den Schieber über den Mittelholm, durch den zweiten Karabiner
und vernäht dann den Gurt „von unten“ mit dem Mittelholm
des Schiebers.
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Ösen für den Gewehrriemen |
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Es gibt eigentlich nur zwei sinnvolle Möglichkeiten,
wo man die Ösen unterbringen kann, wenn man auch noch einen Lampenaufsatz
am Gewehr hat und noch durch das Visier zielen möchte, nämlich
seitlich im Hals und am hinteren Ende des Gewehres hinter dem Lautsprecher.
Man besorgt sich zwei Ösen mit 4 - 5 cm langem Gewinde. Die Karabinerhaken
des Riemens müssen locker in die Ösen passen. Dann bohrt man
an den Stellen, an denen man sie montieren möchte je ein Loch durch
das Gewehr und montiert die Ösen mit je zwei Unterlegscheiben und
einer Mutter, die man mit Sekundenkleber verklebt. Wenn das Gewinde
zu lange ist, einfach absägen. Die Ösen sollten sich noch
locker drehen lassen. Der Gewehrriemen wird jetzt mit den Karabinern
einfach eingehakt und fertig. |
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