Jeder kennt sie
Jeder hat bereits eine Kunden- oder auch eine Mitarbeiterzeitschrift
in den Händen gehabt. Sei es ein Faltblatt, das zusammen mit der
Telefonrechnung ins Haus kommt, eine Zeitschrift vom Hersteller des
Privat-PKW oder ein Rundbrief der Krankenkasse. Fast jedes größere
Unternehmen setzt inzwischen auch auf diese Form der Kommunikation und
produziert mehr oder weniger aufwändige, oft magazinähnliche
Medien. Auch dies ist ein Tätigkeitsfeld für Journalisten
oder Technische Redakteure.
Wozu Kundenzeitschriften?
Art und Umfang sind höchst unterschiedlich. Von einem vierseitigen
A4-Blatt bis hin zur aufwändigen Publikation mit etlichen Seiten
im Zeitschriften- oder Zeitungsstil ist alles zu finden. Trotz neuer
Wege über eMail-Versand, eigenen Onlineportalen oder viralem Marketing
sind Kundenzeitschriften wegen der unmittelbareren Zugänglichkeit
überwiegend in Papierform zu finden und werden meist sogar recht
aufwändig gedruckt und gestaltet. Der Nutzen ist klar: Kundenbindung.
Derartige Medien sind dabei jedoch facettenreicher als bloße Werbebroschüren.
Ihr Inhalt hat zwar auch Marketing-Charakter, bedient aber klar die
Anforderungen eines Magazins: Etwa ein Bericht über die Wüstensafari
eines Kunden mit dem Auto der eigenen Marke, ein erläuternder Artikel
über gesetzliche Änderungen im Blatt einer Krankenkasse oder
eine Reportage über das neu eröffnete Werk des eigenen Unternehmes.
Die Kundenzeitschrift soll nett zu lesen sein, über "plumpe"
Werbung hinausgehen und einen durchaus größeren Themenbereich
abdecken als nur die Werbung mit eigenen Produkten - und dabei trotzdem
eine Werbebotschaft in sich selbst mittransportieren.
Mitarbeiterzeitschriften als internes Kommunikationsmedium
Auch Mitarbeiterzeitschriften verfolgen einen ähnlichen Ansatz.
Im Vordergrund steht hier oft die Identifikation der Mitarbeiter mit
dem Unternehmen. Auch transparente Informationsweitergabe der Geschäftsleitung
wird oft als Schlüsselaspekt genannt. Mitarbeiterzeitschriften
bieten vor allem in größeren Unternehmen die Möglichkeit,
alle Kollegen über sämtliche Facetten der Firma zu informieren.
Auf diese Weise kann der Sachbearbeiter in der Serviceabteilung erfahren,
was der Ingenieur in der Entwicklung gerade macht, wie große Projekte
beim Kunden abgelaufen sind, von denen man bislang nur in der Teeküche
gehört hat und wo überall auf der Welt noch Maschinen aus
dem eigenen Haus eingesetzt werden. Zugleich kann die Geschäftsleitung
durch nachvollziehbare Darstellung zeigen, welche Ziele zum Beispiel
mit der Einführung eines bestimmten Systems verfolgt werden und
so für Nachvollziehbarkeit der Entscheidung sorgen. Gleichwohl
darf eine Mitarbeiterzeitschrift nicht ausschließlich aus den
Reihen der "Chefetage" berichten - ebenso, wie die Kundenzeitschrift
nicht nur über die Vorzüge des neuen Produkts berichten darf.
Projekt am Alfried Krupp Krankenhaus
In einem dreiköpfigen Redaktionsteam entstanden insgesamt vier
Ausgaben der Zeitschrift AKKtuell, der Mitarbeiterzeitung des Alfried
Krupp Krankenhauses (AKK) in Essen. Sowohl das Konzept als auch die
gesamte redaktionelle Ausarbeitung von Text, Foto und Layout entstand
im Rahmen dieses Teams. Das gedruckte Magazin fand zusammen mit der
Gehaltsabrechnung den Weg zu den über 1000 Mitarbeitern des Krankenhauses.
Etwa im Dreimonats-Turnus wurden die Themen der Geschäftsführung
vorgeschlagen und durch deren Vorstellungen ergänzt, an den entsprechenden
Stellen im Haus recherchiert und produziert. |
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