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| Es ist 8 Uhr, freitagmorgens. An einer sonst ziemlich
verlassenen Landstraße irgendwo im Sauerland versammeln sich wie
durch Zufall dutzende Menschen. |
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Als nach kurzer Wartezeit zuerst recht leise von weitem,
dann immer lauter ein tiefen Motorenbrummen zu hören ist, wird
klar warum: Der nicht weit entfernte Bergbaustollen erwartet eine Ersatzteillieferung
mit gigantischem Ausmaß: Zwei großvolumige Baggerschaufeln
sollen noch heute Mittag in die gigantische Fördermaschine eingebaut
werden. Und die werden gerade mit einem riesigen Schwertransport-Zug
angeliefert. |
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Schon nähert sich der Koloss den wartenden Neugierigen.
Um diese Zeit ist wenig los auf der Landstraße, durch das Gewicht
von 70 Tonnen an den vier Achsen der Schwerlastzugmaschine kann das
Gespann dennoch nur knapp 30 km/h schnell fahren. |
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Etliche anspruchsvolle Etappen hat das Gespann bereits
hinter sich. Laut Fahrplan steht dem Zug jetzt noch eine scharfe Kurve
bevor, bevor das Ziel erreicht ist. Zur manuellen Steuerung des Tiefladeaufliegers
steigt Fahrzeugbegleiter Hans-Werner Möhren auf die Steuerungsplattform. |
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Von hier kann er präzise die Lenkachsen des langen
Aufliegers kontrollieren und so Gespannfahrer Eduard Taube bei der anspruchsvollen
Kurve unterstützen. |
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Der Zug verlangsamt und rollt brummend an den begeisterten
Fans vorbei. |
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Um in der bevorstehenden Kurve weit ausholen zu können,
lenken Möhren und Taube das Gespann an den linken Fahrbahnrand.
Beide haben dabei einen Blick auf die deutlich überbreiten Zinken
der großen Schaufel. Sie sind speziell geschliffen, um das sauerländer
Gestein aufbrechen zu können und dürfen möglichst nirgends
anstoßen. |
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Der 45 Meter lange Zug fährt jetzt so weit links,
wie möglich. |
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Um den nachrückenden Verkehr zu warnen, ist ein
Begleitfahrzeug gesetzlich vorgeschrieben. Mit etwa 20 Meter Abstand
fährt es im konstanten Tempo hinter dem Sattelzug her. |
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Die Prüfung steht bevor: Eine scharfe Kurve muss
durchfahren werden. Problematisch ist vor allem die bewachsene Erderhebung
links. Der Zug würde aufsetzen, wenn der Tieflader darüber
fahren würde. Also muss der Hügel durch direktes Nachlenken
des Auflieger-Hecks zum Kurvenäußeren umfahren werden. |
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Ein weiteres Problem: Ein Verkehrsschild, direkt vor
der Kurve wurde im Vorfeld nicht demontiert! Es steht fast genau im
Scheitelpunkt der Kurve, diesen Platz braucht der Tiefladeauflieger
zum Durchfahren. Das Schild muss weg. |
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Wertvolle Zeit geht jetzt verloren. Bis das Schild entfernt
ist, bleibt der Zug stehen. Fahrer und Transportbegleiter gönnen
sich eine kurze Pause. |
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Im Begleitfahrzeug befindet sich alles Nötige,
um das Schild so schnell wie möglich aus dem Weg zu schaffen. |
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Aus dem Fahrzeug wird eine spezielle Säge und eine
massive Zange benötigt. |
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Die beiden Straßenbauer machen sich an die Arbeit. |
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In nur wenigen Minuten... |
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...ist das Schild "entwurzelt". |
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Schnell wird das Werkzeug wieder im Begleitfahrzeug
verstaut. Möhren und Taube steigen wieder in die Zugmaschine, um
sich jetzt mit dem eigentlichen Problem zu beschäftigen: der Kurve. |
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Der Transport setzt wieder in Bewegung. Haarscharf fährt
Taube an der Begrenzung der Straße vorbei, um den gesamten Platz
auszunutzen. |
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Während die Zugmaschine die Kurve bereits fast
hinter sich hat, befindet sich das Heck noch weit auf der Geraden.
Ein paar Meter noch, dann muss Möhren wieder auf die Plattform,
um das Heck nachzulenken. |
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Sobald die Zugmaschine wieder geradeaus fährt,
zieht sie den langen Auflieger in die Mitte der Kurve. Schon nähert
sich der Tieflader der Erdaufschüttung. |
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Spätestens jetzt stünde das Verkehrszeichen
so oder so nicht mehr. Möhren lenkt stark nach, um das Heck um
die Kurve zu schieben, während Taube nur zentimeterweise vorwärts
fährt. |
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Es wird knapp! Während die Spezial-Zinken schon
im Geäst der Bäume hängen bleiben, schiebt der Tieflader
erste Erdstücke der Aufschüttung vor sich her. |
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Es sieht gut aus. Der Hügel hat zwar einige Furchen
mehr, der Auflieger hat aber nicht stark aufgesetzt. Fast ist die Kurve
geschafft. |
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Vor Fahrer Taube liegen die letzten hundert Meter bis
zum Ziel. Aber noch hängt der Tieflader in der Kurve. |
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Geschafft! Die Kurve ist bewältigt. Möhren
steigt wieder auf, um die letzten Meter zu begleiten. Fast eine halbe
Stunde hat das Spektakel gedauert, die Neugierigen hinter der Absperrung
sind begeistert von der Aktion. |
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Die Kurve ist noch nicht ganz überstanden, als
der Transport wieder beschleunigt und die beiden Spezial-Schaufeln unbeschadet
an ihr Ziel bringt. |
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